Eisige Temperaturen, der Atem gefriert in der Luft und die Kälte kriecht in die Knochen. Nicht jedes Fotografen Sache, sich die Kamera zu schnappen und auf die Suche nach winterlichen Motiven zu gehen. Doch genau diese Bedingungen bieten die Chance auf einmalige Fotos, denn wir können sie nutzen und Seifenblasen zu kleinen Kunstwerken gefrieren lassen. In diesem Tutorial zeige ich dir wie du gefrorene Seifenblasen fotografieren lernst. 

Carina Kronsteiner

Ich heiße Carina, lebe zusammen mit meinem Mann und meiner Tochter im schönen Niederösterreich und bin leidenschaftliche Hobbyfotografin. 2013 ist meine erste DSLR, eine Nikon D3200, bei mir eingezogen, der ich auch immer noch die Treue halte. Lies unbedingt zum Ende des Artikels, um Carina's beeindruckende Geschichte erfahren.

Carina
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leidenschaftliche Fotografin

Was du zum gefrorene Seifenblasen Fotografieren benötigst

  • Kamera und Objektiv nach Wahl (kein spezielles Objektiv erforderlich)
  • Seifenblasenlösung (fertige Lösung oder selbst gemischt, siehe nachstehendes Rezept)
  • Strohhalm
  • niedrige Temperaturen (am besten eignen sich Temperaturen ab -5°C

Rezept Seifenblasenlösung:

  • 50ml Wasser
  • 20ml Spülmittel
  • 1 EL Zucker
  • 1 EL Maissirup oder Glycerin

Kameraeinstellungen

Verwendest du ein Normal- oder Teleobjektiv und möchtest die Seifenblase schön freistellen, solltest du hierfür eine große Blende (kleine Blendenzahl) verwenden. Nutzt du hingegen ein Makroobjektiv für die Aufnahme, musst du die Blende weiter schließen, da du dich sehr nah an deinem Motiv befindest und ansonsten nur einen sehr kleinen Schärfebereich hast. 

Fotografierst du aus der freien Hand, solltest du eine Belichtungszeit von mindestens 1/Brennweite verwenden, damit deine Fotos nicht verwackeln (Bsp.: bei einer Brennweite von 100mm solltest du mindestens 1/100s als Belichtungszeit wählen). Bei Verwendung eines Stativs, kannst du auch eine längere Belichtungszeit wählen. Die ISO-Einstellung wählst du entsprechend deiner Umgebungshelligkeit. Scheint die Sonne und es ist sehr hell, bietet sich ISO 100 oder 200 an. Ist es jedoch bewölkt, musst du entsprechend mit der ISO-Einstellung nach oben gehen. 

gefrorene Seifenblasen fotografieren

Objektiv AF-S Micro Nikkor 40mm 1:2.8 G, 40mm, f/14, 1/160s, ISO 100

Durchführung - so gelingen deine Seifenblasen Fotos

Tauche den Strohhalm in die Seifenblasenlösung und puste vorsichtig hinein. Am Ende des Strohhalms bildet sich eine Seifenblase. Nun kommt das Kniffligste an der ganzen Sache: das Absetzen. Versuche die Seifenblase vorsichtig auf einem geeigneten Untergrund abzusetzen. Am einfachsten funktioniert es auf glatten Untergründen. Wenn du schon etwas Übung hast oder genug Geduld mitbringst, kannst du die Blase auch auf Untergründen absetzen, die nicht ganz glatt sind. Nun musst du nur noch warten, bis deine Seifenblase anfängt zu gefrieren – was bei entsprechenden Temperaturen sehr schnell geht. 

Für den Hintergrund eignen sich am besten dunkle Objekte oder Bereiche, die im Schatten liegen. So hebt sich die Seifenblase schön vom dunklen Hintergrund ab. Achte darauf, dass der Hintergrund nicht zu unruhig ist und so von deinem Motiv ablenkt. 

Damit die filigranen Strukturen, die sich auf deinen Seifenblasen bilden, gut erkennbar sind, ist Gegenlicht (im Idealfall Sonnenlicht) ideal. Sollte es bewölkt sein, kannst du auch auf andere Lichtquellen wie eine Taschenlampe, ein LED Licht, Handy oder ähnliches zurückgreifen. 

Fokussiere auf die Seifenblase. Hat der Autofokus Probleme, die Seifenblase scharf zu stellen, fokussiere manuell. Schaue durch den Sucher oder noch besser verwende Live View und zoome mit der Lupe an deiner Kamera in das Bild hinein auf dein Motiv. Drehe nun am Fokusring, bis du glaubst, dass der gewünschte Punkt scharf ist.  Drehe dann noch etwas weiter. Wird der Punkt nun unscharf, drehe wieder zurück. Auf diese Weise kannst du sicherstellen, dass du auch tatsächlich die richtige Schärfe getroffen hast.

gefrorene Seifenblasen fotografieren

      AF-S Micro Nikkor 40mm 1:2.8 G, 40mm, f/14, 1/400s, ISO 100

Noch ein paar Tipps zum Fotografieren

  • Zum Fotografieren sollte es möglichst windstill sein, ansonsten weht der Wind dir deine Seifenblasen weg, bevor du sie platzieren kannst oder er bringt sie zum Platzen.
  • Nutze Gegenlicht, um die Strukturen der Seifenblase optimal hervorzubringen.
  • Achte auf den Hintergrund, er sollte nicht zu unruhig und am besten dunkel sein.
  • Stelle die Seifenblasenlösung 15 Minuten bevor du mit dem Fotografieren beginnst in die Gefriertruhe. Die kühle Lösung gefriert schneller.
  • Setze deine Blase auf einen kalten Untergrund, das bringt sie schneller zum Gefrieren.
  • Kleinere Seifenblasen sind stabiler und gefrieren schneller.
  • Gib nicht auf, auch wenn deine Seifenblasen ständig platzen. Die Geduld zahlt sich aus.
  • Das Muster hängt von der Umgebungstemperatur ab. Bei sehr niedrigen Temperaturen bilden sich große durchgängige Muster, ist es wärmer werden die Muster häufiger unterbrochen.
  • Die Zugabe von Zucker und Maissirup bzw. Glycerin macht die Seifenblasen stabiler. 
  • Viele Tipps zum Fotografieren gibt es in der geschlossenen Facebook Gruppe 

Viel Spaß beim Ausprobieren!

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Mehr über die Autorin Carina

Anfangs war ich der Meinung, ich müsse mir nur eine vernünftige Kamera zulegen, den Auslöser betätigen und wie durch Zauberhand würden am Ende wunderschöne Fotos herauskommen.

Dementsprechend enttäuscht war ich, als ich sehr schnell merken musste, dass dem nicht so ist. Deshalb lag die Kamera erst einmal die nächsten Jahre im Schrank und kam nur hin und wieder für Schnappschüsse zum Einsatz.

Bis ich im Herbst 2019 den Entschluss fasste, mich mit meiner Kamera auseinanderzusetzen und das manuelle Fotografieren zu lernen, um Fotos aufnehmen zu können, die meiner Vorstellung entsprachen.

Im Januar 2019 kam Nicolas Foto Challenge daher wie gerufen. Seither habe ich mich intensiv mit der Fotografie beschäftigt, zahlreiche Bücher gewälzt, Stunde um Stunde an Videoanleitungen angesehen, an weiteren Foto Challenges teilgenommen, einen von Nicolas Kursen absolviert und natürlich geübt was das Zeug hält.

Und ich bin stolz auf die fotografische Entwicklung, die ich bisher erreicht habe. Endlich werden meine Fotos so wie ich sie haben möchte. Meine Kamera ist zu einem ständigen Begleiter geworden und ich gehe kaum noch ohne aus dem Haus, ich könnte ja jederzeit über das nächste Motiv stolpern, das nur darauf wartet, abgelichtet zu werden.

Meine Lieblingsfotomotive sind Landschaften, Natur und kreative Fotoexperimente. Anfangs war meine Hauptintention, die mich zum Fotografieren bewegt hat, Momente und Ereignisse in Bildern einzufangen.

Mittlerweile ist sie so viel mehr für mich geworden. Es ist für mich ein Ausgleich vom Alltag und eine Möglichkeit Stress abzubauen. Beim Fotografieren kann ich mich einfach fallen lassen und alles ringsherum vergessen. Zudem bietet sie mir die Möglichkeit meine Kreativität ausleben zu können. Daher ist die Fotografie aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken.