Fotografieren bei Kälte kann ganz schön eine Herausforderung sein – für den Fotografen, aber auch für das Equipment. Doch es zahlt sich meistens aus, dem Schnee und der Nässe zu trotzen, denn winterliche Bilder haben ihre ganz eigene Stimmung und insbesondere Winterlandschaften sind einfach nur wunderschön anzusehen – in Natur und auf einem Foto. Damit deine Winterfotos auch gelingen, habe ich hier die besten Tipps zum Fotografieren im Winter für dich:

Schutz für das Equipment

Die meisten Kameras halten die durchschnittlichen europäischen Wintertemperaturen sehr gut aus, obwohl die Empfehlungen der Kamerahersteller eher vermuten lassen, dass die Kameras bei Erreichen von Minusgraden lieber zuhause gelassen werden sollten. Canon oder Nikon schreiben in ihren Handbüchern von Arbeitstemperaturen von 0 – 40° – das dürfte allerdings eine reine rechtliche Absicherung sein, denn in der Regel können die Kameras sehr wohl bei leichten Minusgraden eingesetzt werden. 

Das überwiegend größere Problem stellen die Akkus dar, denn diese entladen sich bei Kälte viel schneller als sonst. Tipp: Unbedingt ein oder zwei Reserve Akkus mitnehmen und diese am Körper tragen, um sie warm zu halten. 

Wenn ich länger ohne Pausen im Freien bin, packe ich die Kamera zwischendurch in den Rucksack oder stecke sie zumindest unter meine Jacke. Wenn ich schon vier Schichten trage, möchte ich wenigstens eine davon mit meiner Kamera teilen. 

Noch eine Herausforderung beim Fotografieren im Winter und bei Schneefall, ist die Feuchtigkeit. Dringt diese nämlich ins Objektiv ein, kann das böse enden. Achte daher darauf, die Kamera und das Objektiv vor Nässe zu schützen. Schneit es dicke Flocken, steck die Kamera zwischendurch in den Rucksack oder unter deine Jacke, um sie so gut es geht zu schonen. Beim Objektivwechsel ist Vorsicht geboten, denn gelangt Feuchtigkeit in das Innere, wird sie auch noch eingeschlossen. Im Internet findet man die lustigsten Regenschutz-Konstruktionen und meistens reicht auch wirklich ein Plastiksack. Allerdings ist dieser nicht sonderlich praktisch. Da gibt es eigene Regenschutz-Capes oder Schutzhüllen, die wesentlich einfacher und zuverlässlicher sind. 

Ich empfehle dir, einen UV Filter auf das Objektiv zu schrauben. Der schützt die Linse und außerdem ist der Filter einfacher mit einem Tuch von Tropfen zu befreien als das Objektiv, für das beim Reinigen Vorsicht geboten ist. Setze den Objektivdeckel zwischendurch auf, um die lästigen Wassertropfen zu vermeiden. Es ist äußerst ärgerlich, wenn man hinterher am Bild sieht, dass die Linse schmutzig oder voller Tropfen war. 

Last but not least empfehle ich einen Kamerarucksack mit eingebautem Regenschutz, der sich von unten über den Rucksack ziehen lässt, um ihn vor Nässe zu schützen. Spätestes wenn du in einen Regenguss kommst und von oben bis unten wie ein begossener Pudel aussiehst, freust du dich über deine trocken gebliebene Ausrüstung. 

Achtung: Wenn du vom Fotografieren nach Haus oder in dein Hotel kommst, stell den Rucksack mit der Kamera erst einmal für mindestens eine halbe Stunde in einem kühlen Raum ab und gibt dem Equipment Zeit, sich zu akklimatisieren. Schalte die Kamera nie sofort ein, wenn du von der Kälte ins Haus kommst, denn das kann zu Schäden führen.  

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Kleidung für den Fotografen

Ich kann im Winter gar nicht genug Schichten tragen. Schicht für Schicht ziehe ich an, um am Ende mehr wie das Michelin Männchen auszusehen. Aber das ist egal, Hauptsache warm. Das Aussehen ist beim Fotografieren im Winter tatsächlich nebensächlich. Auch wenn eine Thermounterhose nicht das Schärfste aller Teile ist, so ziehe ich sie einer Unterkühlung doch vor. Für den Oberkörper empfehle ich als erste Schicht (von mindestens 4) ein Angora Thermo Unterhemd. Auch nicht der Knaller, was den Schärfefaktor angeht, aber auch das macht nichts. Wichtiger ist, dass du Spaß daran hast und deine Motivation sinkt wahrscheinlich schnell, wenn dir kalt ist.  

Mindestens genauso wichtig wie die Thermo-Basics sind warme Stiefel. Ist dir erst einmal an den Füßen kalt, so lässt dich die Kälte nicht mehr los. Ich habe meine Stiefel beim Fotoworkshop in Budapest im Dezember bei Kälte und Schneefall erprobt und kann sie wärmstens empfehlen. Ich hatte den ganzen Tag warme Füße und außerdem sehen die Stiefel auch noch gut aus.

winter photography

Gibt es Handschuhe, die wirklich warm halten? Zum Fotografieren brauchst du ständig deine Finger, daher sind dauerhaft warme Finger eher eine Illusion. Es gibt Handschuhe für Fotografen, die ich auch habe und ganz praktisch sind: Fingerlinge mit herunterklappbaren Stulpen und Daumen. Darunter empfehle ich ganz dünne Seidenhandschuhe, mit denen du die Kameraknöpfe bedienen kannst. Mein ultimativer Tipp allerdings sind Hotpads. Diese Einwegpads werden langsam warm, sobald du sie aus der Verpackung nimmst und halten bis zu acht Stunden. Auch die hab ich in Budapest erprobt – meinen Test haben sie bestanden.

Extratipp: Um dich von innen zu wärmen, empfehle ich dir, einen Thermosbecher mit Tee mitzunehmen. Auch da kann ich dir meinen nur empfehlen – in der Früh Tee gekocht, bleibt er in diesem Becher den ganzen Tag über heiß. 

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Tipps zum Fotografieren im Schnee

Gleich zu Beginn habe ich drei wichtige Tipps zur richtigen Belichtung, denn Schnee ist zwar wunderschön, aber nicht ganz so einfach zu fotografieren.

Tipp #1: Weißabgleich

Schnee kann bei blauem Himmel einen Blaustich haben und bei einer grauen Wolkendecke grau wirken. Die Korrektur in ein schönes Weiß kann durch den manuellen Weißabgleich in der Kamera oder im Nachhinein in der Bildbearbeitung – vorausgesetzt du fotografierst im RAW Format – gemacht werden. 

Wie funktioniert der manuelle Weißabgleich? Stelle im Menü deiner Kamera auf manuellen Weißabgleich und fotografiere eine weiße Fläche in deinem Motiv. Die weiße Fläche sollte die Mitte des Spot Messkreises ausfüllen und wird deine Referenz für das Weiß. Finde dann im Menü deiner Kamera den Punkt „Custom WB“ und wähle das aufgenommene Bild, das du bestätigst. Im Menü musst dann dann noch den Weißabgleich auf „Manuell“ umstellen. Genauer wird der manuelle Weißabgleich mit einer Graukarte von 18%.

Vergiss nicht, den Weißabgleich wieder umzustellen, wenn sich die Verhältnisse ändern oder du in einer anderen Umgebung fotografierst.

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Tipp #2: Belichtungskorrektur 

Der Belichtungsmesser der Kamera wird durch die Lichtverhältnisse und den Schnee ein wenig ausgetrickst. Stelle die manuelle Belichtungskorrektur auf +1 und mach ein paar Probeaufnahmen. Eventuell musst du noch eine Stufe (oder Drittelabstufungen) nach oben. Stelle allerdings die Überbelichtungswarnung ein, denn du möchtest ein Clipping vermeiden. Unter Clipping sind schwarze oder weiße Stellen gemeint, die keine Zeichnung mehr aufweisen. Überprüfe auch das Histogramm und stelle sicher, dass du ganz rechts und ganz links keine Ausreißer hast. 

Tipp #3: Der Weißregler

Manchmal reicht es auch aus, den Weißregler in deinem Bildbearbeitungsprogramm nach rechts zu schieben. Achte aber auch hier wieder, dass die weißen Stellen noch Zeichnung aufweisen.

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Motive im Schnee

Motive findest du im Winter wahrscheinlich zuhauf. Die beste Zeit zum Fotografieren im Schnee ist dann, wenn der Schnee frisch, sauber und frei von Spuren ist. Dann entfaltet sich die Klarheit und Reinheit der weißen Pracht und deinen wunderschönen Winter Fotos steht nichts mehr im Weg. 

Wenn du gute Kleidung trägst, wate ruhig ein Stück in dein Motiv hinein, um keine Wege oder Straßen im Vordergrund zu haben. Setz dich in den Schnee und arbeite in Ruhe an deiner Komposition.

Wenn du das Glück hast, in einer Stadt zu sein, wenn es schneit, dann sei schnell, denn meistens hält der Schnee nicht lang oder er ist sehr schnell zertreten und schmutzig. Such dir einen farbigen Hintergrund oder einen farbigen Akzent, um einen Kontrast im Motiv zu haben. 

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Vor allem Fotos, die in der Stadt entstehen, können in Schwarz-Weiß ganz toll aussehen. Wenn du wenig Kontrast hast, konvertiere das Bild oder wenn du nicht in RAW fotografierst, stelle die Kamera auf monochrom. Suche nach Symmetrien in der Stadt wie hier zum Beispiel diese Treppe in Budapest.

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Wenn du schon etwas geübter bist, kannst du dich auch mit HDR spielen. Ich achte immer darauf, dass die Ergebnisse noch natürlich aussehen, denn bei HDR ist die Grenze zur Übertreibung sehr dünn. 

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Wasserfälle sind auch im Winter ganz großartig. Sei aber vorsichtig, denn meistens ist es in der Nähe von Wasserfällen sehr rutschig. Mit einem Polfilter gelingen dir bei Sonnenschein Langzeitbelichtungen. 

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Um das Schneegestöber auch mit der Kamera einzufangen, nimmst du am besten eine kurze Belichtungszeit – bei diesem Bild hier ist es 1/800 Sekunden. Wählst du einen dunkleren Hintergrund, kommt der Schnee besser zur Geltung. 

Fotografieren im Winter

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