Unscharfe Fotos vermeiden: 7 Tipps für scharfe Fotos

Reiher scharfes Foto

Ich wage zu behaupten, dass der größte Frustfaktor in der Fotografie unscharfe Fotos sind. Ich höre das von meinen Fotografie-Einsteigern, aber auch von jenen, die schon ein bisschen länger fotografieren und vielleicht gerade ins Thema Wildlife einsteigen. Eins meiner Schlüssel-Frust-Erlebnisse hat auch mit Unschärfe zu tun. Vielleicht kennst du meine Anfänger Geschichte, als ich in Bali am Fischerhafen war und meine Fotos von den Fischern mit ihren Fängern alle unscharf waren. 

Ob du das schon beim Fotografieren merkst oder erst zuhause beim Sichten: Ein Foto, bei dem die Schärfe entweder gänzlich nicht passt oder punktuell falsch sitzt, bringt dich zur Weißglut – oder zur Verzweiflung. Mir ist damals im Hotel in Bali das Geschicht eingeschlafen. Ich versteh dich also.

Hier sind meine 7 Tipps für scharfe Fotos.

Warum werden Fotos unscharf? Die 3 Hauptursachen

Bevor wir zu den konkreten Tipps kommen, werfen wir einen kurzen Blick auf die Ursachen. Denn wer weiß, warum sein Foto unscharf wurde, kann gezielt gegensteuern, statt blind an Einstellungen zu drehen.

Unscharfe Fotos haben fast immer eine von drei Ursachen oder eine Kombination daraus:

 

1 Verwackelung: Die Kamera bewegt sich beim Auslösen. Das ist ein häufiger Grund, besonders bei wenig Licht, wenn die Kamera automatisch längere Belichtungszeiten wählt. Selbst eine minimale Bewegung beim Drücken des Auslösers reicht aus, um ein Foto spürbar unscharf zu machen.

 

2 Zu lange Belichtungszeit: Der Verschluss bleibt zu lange offen. Dadurch reicht schon eine kleine Bewegung der Kamera oder des Motivs aus, damit das Bild unscharf wird. Und das ist bei weitem der häufigste Grund, den ich bei Fotografie Einsteigern sehe. 

 

3 Falscher Fokus: Die Kamera fokussiert auf die falsche Stelle im Bild, zum Beispiel auf den Hintergrund statt auf die Person davor. Das passiert häufig, wenn die automatische Fokusfeld-Wahl aktiv ist und die Kamera selbst entscheidet, wo sie scharf stellt. Das passiert aber auch gerne bei beweglichen, schnellen Motiven und zwar sehr schnell liegt da der Fokus daneben. 

 

Alle drei Ursachen lassen sich beheben. Die folgenden Tipps sind genau danach strukturiert: erst die Maßnahmen gegen Verwackelung, dann gegen Bewegungsunschärfe, dann gegen Fokusfehler.

#1 Kamerahaltung

Ja, ich weiß. Viele werden jetzt schmunzeln oder denken: Das ist doch selbstverständlich.

 

Aber Verwackelung ist einer der Hauptgründe für unscharfe Fotos, und schlechte Haltung ist einer der häufigsten Auslöser dafür. Das einmal bewusst zu üben, macht einen spürbaren Unterschied, probier’s aus.

 

Halte die Kamera mit einer Hand am Griff und lege die andere Hand flach unter das Objektiv. Drücke die Ellbogen nah an den Körper. Wenn möglich, stütze dich zusätzlich irgendwo ab, z.B. an einer Wand, einem Geländer oder einem Baum. Je mehr Auflagepunkte du hast, desto stabiler wirst du.

 

Beim Drücken des Auslösers gilt: Drücke sanft und gleichmäßig, nicht ruckartig. Viele Fotografen halten beim Auslösen unbewusst kurz die Luft an. Das reduziert die Körperspannung tatsächlich und hilft, ruhiger zu bleiben.

 

Vor allem wenn du mit einem Teleobjektiv fotografierst, ist deine Haltung besonders wichtig. Lange Brennweiten verstärken jede kleine Bewegung. Was mit 35 mm noch tolerabel ist, macht sich mit 300 mm als deutliche Unschärfe bemerkbar. Dazu mehr weiter unten.

Richtige Kamerahaltung

#2 Display vs. Sucher

Die Gefahr von Kameraverwackelung ist größer, wenn du mit dem Display fotografierst, weil du dabei die Kamera vom Körper weg hältst. Du hast dann zwei Kontaktpunkte mit der Kamera, und nichts stabilisiert sie zusätzlich.

 

Schaust du durch den Sucher, drückst du die Kamera ans Gesicht und hast drei Auflagepunkte statt zwei. Das reduziert die Wahrscheinlichkeit von Verwackelung merklich. Gleichzeitig siehst du das Bild ohne Reflexionen und kannst den Fokuspunkt präziser kontrollieren.

 

Tipp: Gewöhne dir an, durch den Sucher zu fotografieren. Am Anfang fühlt es sich ungewohnt an, vor allem wenn du bisher viel auf dem Display gearbeitet hast. Nach ein paar Wochen willst du gar nicht mehr anders.

 

Natürlich gibt’s Ausnahmen, wenn du beispielsweise sehr tief oder sehr hoch fotografierst und der Sucher physisch nicht erreichbar ist. Versuche, beim Fotografieren mit dem Display, die Oberarme an den Körper zu drücken, das unterstützt die Stabilität. 

Rückseite einer DSLR-Kamera mit Beschriftung: „Sucher“ oben am Okular und „Display“ unterhalb; eine Hand greift zum Sucher.

#3 Verwende ein Stativ

Die beste Chance auf scharfe Fotos hast du, wenn du ein Stativ verwendest. Freihand hat seine Grenzen, nämlich bei wenig Licht, langen Belichtungszeiten oder mit Teleobjektiv.  

Ein wichtiges Kriterium beim Stativ ist die Stabilität. Oft schon habe ich sehr alte, günstige Stative gesehen, die wackeln, obwohl nicht einmal ein leichtes Lüftchen weht. Wenn du noch kein Stativ hast und dir eines kaufst, achte auf Stabilität und Bedienung. Du solltest das Stativ außerdem im Schlaf auf- und abbauen können, sonst bleibt es nämlich gerne stehen… 

Wenn du ein Stativ verwendest, kannst du den Bildstabilisator in den meisten Fällen ausschalten. Viele moderne Kameras und Objektive erkennen zwar automatisch, dass sie auf einem Stativ stehen, bei älteren Modellen kann ein eingeschalteter Stabilisator jedoch tatsächlich zu leichten Unschärfen führen.

Eine günstige Alternative ist ein Bohnensack. Auf einer Mauer, einem Geländer oder einem Fels abgelegt, gibt er der Kamera einen stabilen Untergrund ohne das Gewicht eines Stativs.

Fernauslöser oder Selbstauslöser nutzen:

Selbst wenn deine Kamera auf einem Stativ steht, kann das Drücken des Auslösers noch eine kleine Erschütterung erzeugen, besonders bei sehr langen Belichtungszeiten. 

Die einfachste Lösung: Stelle die Kamera auf den 2-Sekunden-Selbstauslöser. Du drückst den Auslöser, die Kamera wartet zwei Sekunden, bis sich alle Vibrationen gelegt haben, und löst dann aus. Wer häufig vom Stativ fotografiert, für den sollte ein kabelloser Fernauslöser immer im Fotogepäck sein. Er ist praktisch vor allem bei Landschaft und Langzeitbelichtungen.

 

Scharfe Bilder mit Teleobjektiv

Mit einem Teleobjektiv gelten verschärfte Regeln. Jede kleine Bewegung wirkt sich bei langen Brennweiten stärker auf das Bild aus als bei einem Weitwinkel. Was mit 50 mm noch tolerierbar ist, wird mit 400 mm zur deutlich sichtbaren Unschärfe.

Da gibt eine ganz einfache Faustregel beim Verwenden von Teleobjektiven. Die Verschlusszeit beträgt mindestens der Kehrwert der Brennweite.

Bei 200 mm also mindestens 1/200 Sekunde, bei 400 mm mindestens 1/400 Sekunde. Wenn deine Kamera einen Crop-Faktor hat, zum Beispiel 1,5 bei vielen APS-C-Sensoren, berechnest du mit der äquivalenten Vollformat-Brennweite: 300 mm am APS-C-Body entsprechen etwa 450 mm, also mindestens 1/450 Sekunde.

Freihand mit langem Tele ist anstrengend und fehleranfällig. Ein Einbeinstativ ist am Tele ein praktischer Kompromiss. Es ist leichter als ein Dreibein, aber deutlich stabiler als Freihand. Wenn weder Stativ noch Einbeinstativ möglich ist, hilft eine höhere ISO als Alternative zu einer langen Belichtungszeit. Bildrauschen lässt sich in der Nachbearbeitung reduzieren, Bewegungsunschärfe nicht.

#4 Schalte den Bildstabilisator ein

Die meisten Kameras oder Objektive verfügen über einen Bildstabilisator, der Verwackelungen entgegenwirken soll. Ein Stabilisator unterstützt die Kamerabewegung, nicht jedoch die Bewegung des Motivs.

 

Wenn du freihand fotografierst, schalte den Stabilisator ein. Er hilft dir vor allem dann, wenn du wenig Licht zur Verfügung hast und die Kamera zu längeren Belichtungszeiten neigt.

 

Fotografierst du schnelle Motive wie Vögel im Flug oder Sport mit sehr kurzen Belichtungszeiten, kannst du den Bildstabilisator bei älteren Objektiven ausschalten. Bei diesen Modellen kann der Stabilisator das Sucherbild etwas träger wirken lassen. Ohne Stabilisator empfinden viele Fotografen das Verfolgen des Motivs als direkter. Bei modernen Kameras und Objektiven kannst du den Bildstabilisator dagegen in den meisten Fällen eingeschaltet lassen.

#5 Welche Verschlusszeit für scharfe Bilder?

Ich werde oft gefragt: Warum ist dieses Bild unscharf? Ich habe doch richtig fokussiert. Ein kurzer Blick auf die Exif-Daten zeigt mir dann fast immer, dass die Belichtungszeit zu lang war.

 

Die Verschlusszeit ist die Zeit, in der der Verschluss der Kamera geöffnet ist, um Licht durchzulassen. Je länger dieser Verschluss geöffnet ist, desto mehr Zeit haben das Motiv, sich zu bewegen, und die Kamera, zu wackeln. Beide Faktoren führen zu Unschärfe, aus unterschiedlichen Gründen.

 

Beim Fotografieren ohne Stativ gibt es zwei Faustregeln, die dir als Orientierung helfen:

 

Faustregel 1: Die Verschlusszeit ist mindestens der Kehrwert der Brennweite. Fotografierst du also mit einer Brennweite von 200 mm, sollte die Verschlusszeit mindestens 1/200 Sekunde sein. Mit 100 mm mindestens 1/100 Sekunde.

 

Faustregel 2: Die Verschlusszeit sollte mindestens 1/60 Sekunde sein. Fotografierst du mit kleinen Brennweiten bis 60 mm, achte darauf, dass die Belichtungszeit wenigstens 1/60 Sekunde ist. Das gilt auch, wenn du mit einer Brennweite von 16 mm fotografierst.

 

Hinweis: Diese Faustregel stammt aus einer Zeit, in der Kameras noch keinen oder nur einen einfachen Bildstabilisator hatten. Mit modernen Kameras und Objektiven sind je nach Modell oft auch längere Belichtungszeiten wie 1/30 Sekunde oder sogar darunter möglich. Probiere deshalb ruhig aus, wie weit du mit deiner Ausrüstung gehen kannst.

 

Für bewegliche Motive gelten noch kürzere Zeiten.
Ein spielendes Kind: mindestens 1/250 Sekunde. 

Ein Vogel im Flug: mindestens 1/1000 Sekunde oder schneller. 



Wenn die Verschlusszeit nicht kürzer werden kann, weil es zu dunkel ist, erhöhe die ISO. Bildrauschen lässt sich in der Nachbearbeitung reduzieren bzw. sogar gänzlich eliminieren.

Ein rauschiges, scharfes Foto ist einem glatten, unscharfen Foto immer vorzuziehen.

 

Wenn du nach dem Fotografieren prüfen willst, ob ein Bild wirklich scharf ist, dann zoome auf der Kamera in das Bild hinein, statt es nur in der Übersicht zu betrachten. Auf dem kleinen Display sieht vieles scharf aus, was es bei 100-Prozent-Ansicht nicht ist.

Schnelle Bewegungen der spielenden Pelikane: f/5.6 | 1/1000 sek | ISO 800

#6 Wähle eine kleinere Blende

Auch die Blende wirkt sich auf die Schärfe aus, genauer gesagt auf die Schärfentiefe. Ein weiterer Grund für Unschärfe kann eine zu geringe Schärfentiefe sein. Hast du eine große Blende eingestellt, ist der Schärfebereich sehr klein. Insbesondere dann, wenn du zusätzlich noch mit einer großen Brennweite fotografierst.

Bei einer großen Blende (kleine f-Zahl, zum Beispiel f/1.8 oder f/2) ist der Bereich, der scharf abgebildet wird, sehr schmal. Bei Porträts kann das ein bewusster Effekt sein, der den Hintergrund angenehm weich zeichnet. Bei Gruppenfotos oder Landschaften führt es dazu, dass Personen am Rand oder Details im Vordergrund nicht mehr scharf sind.

Schließt du die Blende (größere f-Zahl, zum Beispiel f/8 oder f/11), vergrößerst du den Schärfebereich. Denke aber daran, dass ein Schließen der Blende auch zur Abdunkelung führt. Du brauchst dann eine längere Belichtungszeit oder eine höhere ISO, um die Belichtung auszugleichen. Das ist der Kompromiss, den du je nach Situation abwägst.

Als grobe Orientierung: Für Landschaftsfotos arbeitest du oft zwischen f/8 und f/11. Für Porträts zwischen f/2 und f/5.6, je nachdem, wie viel Hintergrundunschärfe du willst. Für Gruppenfotos empfehle ich mindestens f/5.6, bei größeren Gruppen eher f/8.

 

Wenn die Blende zu klein wird: Beugungsunschärfe

Hier ein häufiges Missverständnis, das ich regelmäßig sehe. Viele denken, dass eine möglichst kleine Blende (also eine große f-Zahl wie f/16 oder f/22) immer das schärfste Bild ergibt. Die Logik klingt zunächst stimmig: Je mehr geschlossen, desto mehr Schärfentiefe, desto schärfer.

 

Ab einem bestimmten Punkt kehrt sich das um.

Wenn du die Blende sehr weit schließt, tritt ein physikalisches Phänomen auf: die Beugungsunschärfe. Dabei wird das Licht an der Blendenöffnung leicht gebeugt, wodurch feinste Details etwas weicher wirken können. Je kleiner der Sensor und je höher die Auflösung deiner Kamera, desto früher kann dieser Effekt sichtbar werden.

Für viele Landschaftsaufnahmen bieten Blenden zwischen f/8 und f/11 einen sehr guten Kompromiss aus Schärfentiefe und Detailzeichnung. Das bedeutet aber nicht, dass du f/16 oder f/22 grundsätzlich vermeiden solltest. Wenn du dadurch den gewünschten Schärfebereich erreichst, ist eine leichte Beugungsunschärfe oft der bessere Kompromiss als ein unscharfer Vorder- oder Hintergrund.

 

Unschärfe durch große Blende. Farn mit Blende f/3.5 fotografiert
Unschärfe durch große Blende. Farn mit Blende f/3.5 fotografiert

#7 Wahl des richtigen Fokus

Ein weiterer Grund für unscharfe Bilder ist die Fokussiertechnik. Das sieht dann so aus, dass das Foto zwar scharf ist, aber nur nicht da, wo du es haben wolltest. Ärgerlich…

 

Zum einen haben viele die automatische Wahl des Fokusfeldes eingestellt. Das hast du bestimmt schon beobachtet: Du drückst den Auslöser halb durch, und im Sucher oder auf dem Display blinken mehrere Punkte auf. Gehst du vom Auslöser herunter und wiederholst den Fokussiervorgang, blinken andere Punkte auf, obwohl du dich gar nicht bewegt hast. Bei dieser Einstellung wählt die Kamera einen Fokuspunkt, nicht du.

 

Meine Empfehlung: Verwende das Einzelfeld, auch Single Spot genannt, und wähle den Punkt im Bild selbst, der am schärfsten sein soll. Das dauert am Anfang etwas länger, gibt dir aber die Kontrolle zurück. Das ist übrigens eins der ersten Dinge, die ich meinen Fotokursteilnehmern mitgebe: Ändere sofort diese Einstellung an der Kamera. 

 

Beim Autofokus-Modus musst du außerdem unterscheiden: Fotografierst du ein unbewegliches Motiv, stellst du AF-S (Single) ein, bei Canon heißt dies One-Shot. Der Fokus wird beim Drücken des Auslösers eingefroren und bleibt, bis du auslöst. Hast du bewegliche Motive vor der Linse, verwendest du AF-C (Continuous), bei Canon Servo genannt. Dieser Modus verfolgt das Motiv durchgehend, solange du den Auslöser halb gedrückt hältst.

 

Ein häufiger Fehler ist AF-S bei beweglichen Motiven. Die Kamera fokussiert einmal, friert den Fokus ein, und in der Zeit bis zum eigentlichen Auslösen hat sich das Motiv weiterbewegt. Das Ergebnis ist ein unscharfes Bild, obwohl die Kamera korrekt fokussiert hat.

 

Das Thema Fokus allein füllt einen eigenen Artikel. Alle Fokusmodi, Fokuspunkte und typischen Fehler habe ich in [Fokussieren: Autofokus verstehen und den Fokus sicher setzen] zusammengefasst.

 

Scharfe Fotos durch richtigen Autofokus
Mehrere Fokuspunkte bei der Wahl Automatisches Fokusfeld

BONUS TIPP: Brille aufsetzen

Nicht lachen. Bei mir ist es mittlerweile so, dass ich beim Anschauen von Fotos auf der Kamera nicht mehr ganz genau sehen kann, ob das Bild scharf ist oder nicht. Ich muss meine Lesebrille mitnehmen.

Vielleicht geht es dir genauso? Nimm die Brille mit auf den Fotoausflug. Oder stelle den Diopter auf deine Sehstärke ein. Das ist das kleine Rädchen neben dem Sucher, das bei fast allen Kameras vorhanden ist und sich individuell anpassen lässt. So siehst du durch den Sucher scharf, auch ohne Brille.

BONUS TIPPS: Objektiv reinigen

Klingt banal, ist aber ein echter Klassiker: Ein Fingerabdruck oder Fettfilm auf der Frontlinse macht Fotos meist kontrastärmer und lässt sie weicher wirken, besonders bei Gegenlicht.

Schau regelmäßig auf die Frontlinse deines Objektivs, bevor du loslegst. Pack dir ein Reinigungstuch für die Kameralinse in die Fototasche. Das ist eines der kleinen Dinge, die einen großen Unterschied machen können.

Häufige Fragen zu scharfen Fotos

Bei wenig Licht braucht die Kamera mehr Zeit, um genug Licht einzufangen. Im Automatik- oder Halbautomatik-Modus wählt sie dafür automatisch eine längere Belichtungszeit, was Verwackelung und Bewegungsunschärfe wahrscheinlicher macht. Die Lösung ist in beiden Fällen die gleiche, nämlich ISO erhöhen, damit eine kürzere Belichtungszeit ausreicht. Alternativ ein Stativ verwenden oder den Bildstabilisator aktivieren.



Prüfe zuerst, ob der Bildstabilisator ausgeschaltet ist. Am Stativ sollte er aus sein. Falls das keine Verbesserung bringt, prüfe die Verschlusszeit: Auch am Stativ kann Spiegelschlag (bei DSLRs) leichte Unschärfen erzeugen. Verwende in diesem Fall die Spiegelvorauslösung oder einen Fernauslöser.



Wahrscheinlich ist die automatische Fokusfeld-Wahl aktiv. Stelle auf Einzelfeld um und wähle den Fokuspunkt manuell. Bei Porträts hilft außerdem die Augenerkennung, sofern deine Kamera sie unterstützt.



Nein, das ist gewollte Schärfentiefe. Eine große Blende (kleine f-Zahl) erzeugt genau diesen Effekt. Wenn du mehr vom Bild scharf haben möchtest, schließe die Blende (größere f-Zahl, zum Beispiel f/8).



 

ISO macht Fotos nicht unscharf, sondern körnig (Bildrauschen). Unschärfe entsteht durch Verwackelung, Bewegung oder falschen Fokus. Ein ISO-rausches Foto kann trotzdem technisch scharf sein.



Eine kleine Blende sorgt zwar für mehr Schärfentiefe, garantiert aber kein scharfes Bild. Häufig ist bei Blende f/16 die Verschlusszeit so lang geworden, dass das Bild verwackelt ist oder sich das Motiv bewegt hat. Ein weiterer möglicher Grund ist die sogenannte Beugungsunschärfe: Bei sehr kleinen Blenden wirken feinste Details etwas weicher. Für viele Landschaftsaufnahmen liefern Blenden zwischen f/8 und f/11 deshalb den besten Kompromiss aus Schärfentiefe und Detailzeichnung.

 

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